Code Week Eröffnung am 15.10.16 mit Robotern

Zur Eröffnung der Code Week am 15.10.2016 waren wir in die KLAX Kinderbildungswerkstatt eingeladen und durften dort unsere Roboter präsentieren. In zwei zweistündigen Workshops hatten die Kinder vor Ort die Möglichkeit, die mBots mit Scratch zu programmieren und gegeneinander antreten zu lassen.

Foto: Jan Kraus, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/

Foto: Jan Kraus, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/

Bericht vom 2. und 3. Projekttag

img_5474Am 21. und 26. September fanden die nächsten und leider vorerst letzten Projekttage „Flucht nach Utopia“ in zwei Berliner Grundschulen statt. Die Sommerpause hatten wir genutzt, um nun eine Version 1.0 des Ablaufs zu erstellen. Dabei wurden nicht nur Ablauf und verschiedene Methoden überarbeitet, sondern auch die Aufgaben des Spiels komplett neu gestaltet.

Wie sich beim ersten Projekttag zeigte, erforderten die Spielaufgaben, die überwiegend darin bestanden, Fehler in einem vorgegebenen Scratch-Code zu finden und zu korrigieren, zu viel Zeit. Die Rätsel wurden überwiegend durch Ausprobieren gelöst und weniger durch tatsächliches Verständnis des Codes. In der neuen Version programmieren die SchülerInnen die Steuerung der Roboter selbstständig neu, nachdem die Vorgehensweise in einer Vorbereitungsstunde mit dem Programm “Scratch” erlernt wurde.

Die neuen Rätsel funktionierten sehr gut. Beim dritten Projekttag allerdings schaffte es eine Gruppe, die Aufgabe innerhalb von 20 Minuten zu lösen; doppelt so schnell wie geplant. Grund dafür war, dass hier SchülerInnen in der Gruppe waren, die bereits Vorkenntnisse in Scratch-Programmierung hatten. Generell ist dies die größte Herausforderung in der Vorbereitung: Die Programmieraufgaben so anzupassen, dass sie den Vorerfahrungen der SchülerInnen gerecht wird.

Beim zweiten Projekttag kritisierten einige SchülerInnen, dass wir die beiden gegeneinander spielenden Gruppen „veräppelt“ haben, indem wir ihnen unterschiedliche Vorgaben machten. Darauf gingen wir dann im dritten Projekt bei der Auswertung des Spiels explizit ein und zeigten am Ende nochmal allen die unterschiedlichen Filme, die den Gruppen vorgespielt wurden. Die SchülerInnen akzeptierten dies nun als Bestandteil des Spiels. Zusätzlich konnte dadurch das Thema „Manipulation“ durch bewusstes Verschweigen von Informationen angesprochen werden..

Alle drei Spiele endeten unterschiedlich. Das Spiel ist so angelegt, dass beide Gruppen unterschiedliche Ziele verfolgen, aber nur mit dem jeweils gefunden Code der anderen Gruppe ihr Ziel erreichen. Eigentlich eine Patt-Situation, wenn beide Gruppe darauf beharren, ihr Ziel zu verfolgen. So endete auch das zweite Spiel: keine Gruppe gab der anderen ihren Code heraus. Das Raumschiff blieb im All stehen. Im ersten Spiel eroberten die Gruppen teilweise mit List den Code der anderen und gaben den gleichzeitig ein. Im dritten Spiel tauschte sich eine kleine Gruppe der SchülerInnen über die unterschiedlichen Ziele aus. Es fand daraufhin eine Abstimmung statt und die Gruppe mit der Mehrheit erhielt den Code um das Ziel auswählen zu können.

Auch für uns sehr spannend ist die neu integrierte Abfrage nach Roboterforschungsprojekten, die die SchülerInnen unterstützen würden. Die SchülerInnen erhalten hier sechs Klebepunkte und können verschiedene Projekte favorisieren, die wir vorher teilweise gesammelt haben. Interessant ist hier, dass Kampfroboter immer als sehr unterstützenswert angesehen werden, wobei die Kinder unter “Kampfrobotern” aber keine Kriegsroboter verstehen, welche Menschen töten, sondern sich spielerische Kämpfe vorstellen, bei denen Roboter ihre Kräfte messen.

Auch die Methode zur Reflexion der eigenen Handlungsfähigkeit zur Beeinflussung der technischen Entwicklung haben wir im aktualisierten Konzept geändert. In Kleingruppen erarbeiten die SchülerInnen nun Gesetze, die von Roboter befolgt werden müssen. Diese werden im Anschluss den Asimovschen Robotergesetzen von 1942 gegenüber gestellt.

In allen Diskussionen mit den SchülerInnen und vor allem auch in den von den SchülerInnen selber aufgestellten Robotergesetzen wurde deutlich, dass den SchülerInnen bewusst ist, wie mächtig und gefährlich Roboter sein könnten. Hier spielen vor allem die medialen Einflüsse eine große Rolle. Dabei geht es nicht um dokumentarische Berichte zur Roboterentwicklung, sondern um fiktionale Geschichten. Aus diesem Wissen entsteht vor allem die große Befürchtung, dass uns Roboter in Zukunft beherrschen oder durch Defekte schaden könnten. Angesichts der zunehmenden Automatisierung der Lebenswelt wird deutlich, dass hier ein wichtiges Thema auftaucht, dass bisher im Bildungsbereich kaum behandelt wird.

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We Are Makers, 24.6.2016, Programmieren mit Robotern

„Programmieren mit Robotern“ war der Schwerpunkt des 13. We Are Makers, das am 24.6. in der Haba Digitalwerkstatt stattfand. Nach einem kurzen Imput und Vorstellung unseres Alternate Reality Games „Flucht nach Utopia“ ging es, unterstützt durch Johanna, Susanne und Michael, an die Praxis der Roboterprogrammierung. Dafür stand unsere mittlerweile neunköpfige Roboterfamilie samt dazugehörigen Rechnern und Tablets zur Verfügung: der Ozobot, der über Farbcodes programmiert wird, Dash und Sphero, die mittels blockbasierter Programmiersprachen vom Tablet gesteuert werden und die sechs mBot aus dem Utopia-Projekt, die wahlweise am Tablet oder am Laptop mit Scratch programmiert werden.

Die anwesenden 15 Kolleg_innen aus der Medienbildung setzen sich sehr intensiv mit den Möglichkeiten, die die Roboter bieten, auseinander, entwickelten gemeinsam Ideen zum Einsatz in Bildungsszenarien und hatten dabei sichtlich viel Spaß. Bemerkenswert war wie die persönlichen Präferenzen dazu führen, dass sich zwei Gruppen abzeichnen: eine, die den offenen Charakter eines mBots mit seinen vielen zusätzlichen Modulen und der Programmierung mit Scratch schätzen, während andere dem Dash den Vorzug gaben, der aufgrund seiner einfachen Bedienung und den bereits vorprogrammierten zahlreichen Effekten leicht erlernbar und schnell einsatzbereit ist.

Gerade in einer Phase in der von einigen propagiert wird, dass Code die neue Fremdsprache ist, die bereits Kinder erlernen sollten, stellen die programmierbaren Roboter ein spannende Verbindung zwischen physischer und virtueller Welt her. Die Motivation sich mit abstraktem Programmcode zu beschäftigen ist ungleich größer, wenn die jeweiligen Änderungen direkt am Verhalten des Roboter überprüft werden können. In ihrer Summe stellen die vorgestellten Roboter aber auch einen fließenden Übergang zwischen verschiedenen Erfahrungsstufen her. Angefangen von der Nutzung einfacher Remote-Apps, die bereits im Kindergarten eingesetzt werden können, über die Programmierung am Tablet mit einfachen blockbasierten Programmiersprachen wie Blockly oder Scratch, bis hin zum Einsatz von Arduino, einer aus Soft- und Hardware bestehenden Physical-Computing-Plattform.

Die durchweg positiven Rückmeldungen der anwesenden Medienpädagog_innen lassen vermuten, dass schon bald weitere Roboter in Jugendeinrichtungen und Schulen Einzug halten werden.

Großer Dank an Medialepfade.de für die Organisation und an die Haba Digitalwerkstatt für die kostenfreie Überlassung der Räume.

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Erster Projekttag „Flucht nach Utopia“

Unser erster Projekttag fand am 15.6. in der Gerhart-Hauptmann-Grundschule Grünheide statt. Die 19 Schüler_innen einer 6. Klasse waren damit die ersten, die unser Alternate Reality Game „Flucht nach Utopia“ testen konnten. Der Test verlief dabei sehr erfolgreich. Trotz der verschiedenen Methoden und vielen inhaltlichen Teile konnte das Konzept vollständig umgesetzt werden. Das Spiel machte allen sehr viel Spaß. In der Auswertung der Schüler_innen wurde vor allem die praktische Einführung in die Programmiersprache Scratch und die Beschäftigung mit den Robotern als sehr positiv hervorgehoben. Einzig die Programmieraufgaben, die wir für das Spiel entworfen hatten, stellten sich als zu komplex heraus. Während des Spiels gelangten die Schüler_innen eher über kleine Cheats zur Lösung, als über den von uns vorgesehenen Lösungsweg.

Aus unserer Sicht sehr spannend war auch die Einführung zur Geschichte und Entwicklung der Robotik. Viele der Schüler_innen verfügten bereits über einiges an Vorwissen, was Aufgaben und Funktionen von Robotern angeht. In der anschließenden Kleingruppenarbeit zu den Zukunftsvisionen zeigte sich, dass das Thema Automatisierung durchaus kritisch gesehen wird. U.a. Medizin und auch Landwirtschaft gehören dabei zu den Bereichen, die Schüler_innen lieber nicht Robotern überlassen würden.

Wir haben nun in den Sommermonaten Zeit zu einer Überarbeitung und freuen uns auf die nächsten Projekte im September.

Einführung Robotik

Einführung Robotik, Foto: T. Coordes

Paperprogramming

Paperprogramming, Foto: T. Coordes

Einführung in Scratch

Einführung in Scratch

Roboterspielfeld

Roboterspielfeld

Wir waren auf der tincon

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Mit vier Robotern waren wir vom 27.-29. Mai auf der tincon und konnten dort mit Unterstützung des Code Week Award jeweils zweistündige Workshops anbieten. Unsere mBots mussten mit Scratch so programmiert werden, dass sie bestimmte Aufgaben zu erfüllen hatten: einen Schalter betätigen oder einen Luftballon zum Platzen bringen.

Leider war die Beteiligung durch Jugendliche nicht besonders groß. Zum einen war die Besucher_innenzahl wohl allgemein ziemlich gering, zum anderen fand von den wenigen dann nur ein kleiner Teil den Weg in die Hacking Area, in der wir unseren Workshop aufgebaut hatten.

Die Jugendlichen, die dabei waren, hatten aber viel Spaß und freuten sich über die gute Betreuung und die Chance auch mal länger am Laptop sitzen und mit dem Roboter spielen zu können. Dabei sind dann noch weitere sehr kreative Programmierungen entstanden; bis hin zur Idee, Steuerungen für zwei der mBots zu programmieren und diese dann gegeneinander antreten zu lassen.

Bewerbung für den Projekttag „Flucht nach Utopia“

Logo Utopia finProjekttag für 5./6. Klassen, bewerben bis 22. April 2016

Der eintägige Workshop verbindet das Thema „Coding für Kinder“ mit der Auseinandersetzung um ethische Fragen zur Automatisierung. Die Schüler_innen erlernen Grundlagen der Programmierung mit Scratch und der Robotik. Sie erfahren auf spielerische Weise, ihre technisierte Umwelt mitzugestalten und werden motiviert, eine eigene Vision ihrer Zukunft zu entwickeln. Das Format fördert Problemlösungskompetenz, Teamwork, Kritik, Diskussion, kreatives und logisches Denken und Selbstvertrauen.

Der Workshop richtet sich an an 5. und 6. Klassen in Berlin und Brandenburg. Aufgrund der Förderung durch den Code Week Award 16 ist der Projekttag für Schulen kostenlos.

Download des Flyers (PDF, 350 kB)

Bewerbung bis 22.4. per Mail an lange@metaversa.de